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Kommentar: Apple-Event zum iPhone 11 Pro im Pro-Rückblick

tl;dr: Jetzt ist also auch das iPhone eines der Pro-Geräte von Apple. Das iPhone 11 Pro löst das iPhone XS mit neuer Triple-Kamera und schnellerem Prozessor ab. Viele Pro-Features vom iPad Pro fehlen aber und die Triple-Kamera kann das Android-Lager vermutlich nur belächeln. Das A13-Bionic-SoC dürfte aber ein großer Wurf sein.

Auf MacBook Pro, Mac Pro, iMac Pro, iPad Pro und zuletzt das Pro Display XDR lässt Apple das iPhone 11 Pro folgen. Doch was macht ein normales Apple-Smartphone zu einem illustren Pro-Gerät? Beim iPad Pro, das noch am ehesten der Geräteklasse des iPhones zugeordnet werden kann, ist es vor allem das ProMotion-Display mit einer höheren Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz. Und beim iPhone 11 Pro? Fehlanzeige. Hier hat Apple sogar 3D Touch wieder ausgebaut und durch Haptic Touch ersetzt, das die Intensitätserfassung gegen haptisches Feedback bei langem Halten tauscht. Mit dem Apple Pencil lässt sich auf dem iPhone 11 Pro auch nicht zeichnen, obwohl das mittlerweile sogar beim günstigsten iPad möglich ist. Der Wechsel von Lightning zu USB Typ C, so wie zuletzt beim iPad Pro, ist ebenfalls nicht erfolgt.

Apples Videomodus bleibt Spitzenklasse

Dafür gibt es beim iPhone 11 Pro jetzt eine Triple-Kamera, die bei Android-Smartphones der Oberklasse mit gleichem Aufbau aber schon seit längerer Zeit zu finden sind. Weitwinkel, Zoom und Ultraweitwinkel ist der etablierte Standard, selbst in den niedrigeren Preisgefilden. Apples gestern angekündigter Nachtmodus wird Huawei- und Pixel-Besitzern vermutlich nur ein müdes Lächeln entlocken können. Erneut dürfte viel von der Bildverarbeitung in Apples Prozessor abhängen, ob sich die Triple-Kamera von den Systemen der Konkurrenz absetzen kann. Üblicherweise gelingt Apple dieser Schritt stets sehr gut. Und auch beim Thema Video macht Apple so schnell kein anderer Anbieter etwas vor. Die Videos eines iPhone XS waren schon zuvor die besten bei Smartphones, und jetzt gibt es den höheren Dynamikumfang sogar bei 4K mit 60 FPS.

A13 Bionic ist schneller und genügsam

Dass es bei Apple vor allem beim Aufzeichnen von Videos keinerlei Einschränkungen gibt, sodass 4K mit 60 FPS gemeinsam mit dem erweiterten Dynamikumfang, dem OIS, der Cinematic-Videostabilisierung und dem kontinuierlichen Autofokus funktioniert, haben Anwender dem A13-Bionic-SoC zu verdanken, bei dem es sich wieder um einen großen Wurf aus Apples Chipschmiede handeln dürfte. 20 Prozent schnellere und 30 Prozent sparsamere Performance-Kerne, 20 Prozent schnellere und 40 Prozent sparsamere Efficiency-Kerne, eine 20 Prozent schnellere GPU bei 40 Prozent weniger Energiebedarf und eine Neural Engine mit 20 Prozent mehr Leistung bei 15 Prozent niedrigerem Verbrauch sind eine deutlich Ansage. Nicht ohne Grund musste Apples Vice President of Silicon, Sri Santhanam, gestern zu den neuesten SoC-Errungenschaften auf der Bühne sprechen – trotz kratziger Stimme und Anzeichen einer Erkältung.

Wie sparsam Apples A13 Bionic zu Werke geht, zeigen die Verbesserungen hinsichtlich der Akkulaufzeit. Bis zu 5 Stunden mehr sind es beim iPhone 11 Pro Max gegenüber dem iPhone XS Max, immerhin noch 4 Stunden beim iPhone 11 Pro. Wie groß die Akkus der neuen Smartphones sind und welchen Einfluss sie auf die Laufzeitangaben haben, ist noch nicht bekannt, aber die Laufzeitverbesserungen dürften auch vom neuen Prozessor beeinflusst werden. Dessen Fertigung erfolgt bei der TSMC in 7 nm samt EUV-Lithografie (N7+), die seit Ende des ersten Quartals in vollem Gange ist.

Sparsamer Umgang mit dem Wort „Pro“

Die mit dem iPhone 11 Pro eingeführten Verbesserungen sind nicht zu verachten, vor allem beim Prozessor, doch rechtfertigen sie nicht automatisch das Pro-Anhängsel. Vielmehr sind sie eine Folge der normalen Weiterentwicklung im Hause Apple. Apple sollte sparsam mit dem Begriff „Pro“ umgehen, damit das vermeintlich Besondere nicht zur Normalität wird. Im nächsten Jahr dürfte die Bezeichnung mit „iPhone 11S Pro Max“ noch sperriger werden. Auch in puncto Länge sollte Apple die Namen überdenken.

Hinweis: Der Inhalt dieses Kommentars gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Diese Meinung wird nicht notwendigerweise von der gesamten Redaktion geteilt.

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